Ehrenamt mit 90 Jahren

Irmgard Zink ist Bayerns älteste Tafel-Chefin

Landauf, landab versorgen im Erzbistum die „Tafeln“ Bedürftige mit Lebensmitteln und Dingen für den Haushalt. Die Leiterin der Murnauer Tafel, Irmgard Zink, ist stolze 90 und hat die Hilfseinrichtung vor sechszehn Jahren gegründet.

Nach getaner Arbeit: Die 90-jährige Irmgard Zink ist bei jeder Tafelausgabe dabei. © privat

Murnau – Irmgard Zink sortiert haltbare Wurst- und Käsepäckchen hinter der Theke der Tafel. In etwa zwanzig Minuten öffnet die Einrichtung im Murnauer Kemmelpark. Zusammen mit einer Kollegin hat sie 2006 die Tafel in Murnau aus der Taufe gehoben. Weil die Kollegin nicht lange blieb, übernahm sie den Vorsitz. „Alle haben gesagt: mach Du das! Da habe ich gesagt, okay, mach´ ich. Weil ich es gerne mache. Ich lebe allein mit meinem Hund, und bei der Tafel kann man Freundschaften schließen. Und so bin ich halt dabeigeblieben!“

Bei jeder Warenausgabe ist Irmgard Zink dabei

Woche für Woche fährt Irmgard Zink mit ihrem Auto zur Tafel und verteilt Waren. Alles, was die männlichen Ehrenamtler der Tafel bei den Supermärkten der Umgebung eingesammelt haben. Das Einräumen der schweren Kartons und Kisten überlässt sie den Männern, aber jeden Montag steht sie hinter der Theke und gibt für jeweils 1,50 Euro pro Paket alles aus, was gerade im Angebot ist: vom abgepackten Wurst-Aufschnitt bis zum Waschmittelpäckchen, vom Früchtejogurt bis zur Gurke. Die Tafel ist gut sortiert, ihr Domizil hat sie auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Murnau. Dabei profitiert die Gruppe Ehrenamtlicher um Irmgard Zink von der Zuverlässigkeit ansässiger Händler, die regelmäßig Artikel aus ihrem Sortiment abgeben. Allerdings wäre das Warenangebot deutlich kleiner, wenn die Murnauer Tafel nicht mithilfe von Spenden zukaufen würde, erklärt Irmgard Zink.

Managerin mit Smartphone und Tablet

Die 90-jährige, die ihre Tafel auch mit Smartphone und Tablet managt, hat die Unterstützung für Bedürftige zusammen mit ihren Mitstreitern kontinuierlich weiterentwickelt. Vor kurzem wurde ein gebrauchter Kühlwagen gekauft, den die Gemeinde finanziert hat. So können Lebensmittel besser gelagert werden, wenn mal was überbleibt. Immer wieder schaut auch Bürgermeister Rolf Beuting vorbei, um zu sehen, wie es dem Tafel-Team geht. Immerhin zahlt die Marktgemeinde Murnau Miete und Nebenkosten für die Räume der Tafel. „Wenn er dann wieder mal kommt, binde ich dem Bürgermeister die Schürze um und bitte ihn sich auch hinter die Theke zu stellen und zu helfen!“, erzählt die Tafel-Leiterin lachend. Und manche(r) Bürger(in), der nicht mehr gut zu Fuß oder bettlägerig ist, bekommt Waren auch ins Haus geliefert.

Auch Geflüchtete bekommen bei Murnauer Tafel Hilfe

Neben den einheimischen Bezugsberechtigten versorgt die Tafel seit dem vergangenen Jahr auch Geflüchtete aus der Ukraine, obwohl die eigentlich nicht zu den Berechtigten gehören. „Wir sind halt eine besondere Tafel, wir sind da nicht so kleinlich. Wenn jemand bittet, ob er noch etwas Bestimmtes bekommen kann, kriegt er es auch.“ Etwa 120 Klienten versorgt das Team so jeden Montag. Irmgard Zink hofft deshalb, dass die Tafel noch lange so weitermachen kann. Sie selbst denkt jedenfalls nicht ans Aufhören: „Die Kameradschaft ist so groß, und solange ich das alles noch irgendwie leisten kann, bleibe ich dabei!“

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@michaelsbund.de

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