Tag des Ehrenamts

Warum sich Menschen ehrenamtlich engagieren

Einsatz für andere, Fähigkeiten erweitern, sinnvoll Zeit verbringen – Es gibt viele gute Gründe für ein Ehrenamt. Hier erzählen drei Personen von ihren ganz persönlichen.

Viele Menschen engagieren sich in ihrer Freizeit bei einem Ehrenamt. © Svitlana - stock.adobe.com

„Ehrenamtliche“ – das sind Idealisten, die die Welt verändern wollen, für andere da sein wollen. Das hat viel mit Nächstenliebe und Hinwendung zu tun, aber auch mit der Freude an einer Tätigkeit. Weil man sich mit Dingen beschäftigen kann, zu denen man im Berufsleben nicht kommt oder Fähigkeiten trainieren kann, die im Alltag nicht so gefragt sind. Unsere drei Ehrenamtler lieben ihre Arbeit und haben Spaß daran.

Nachhaltigkeit macht Spaß

Neary Wach engagiert sich seit viereinhalb Jahren bei rehab republic, einer Gemeinschaft, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. „Wir denken uns aus, wie wir die Welt besser, nachhaltiger machen können, wie Nachhaltigkeit Spaß machen kann!“, erklärt Neary. Rehab republic geht es darum, weniger Energie und Ressourcen zu verbrauchen und möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen. Dazu startet der eingetragene Verein schon mal eine Lebensmittelrettungs-Aktion mit anschließender Schnibbel-Party. Oder sammelt Kronkorken und Zigarettenstummel im Englischen Garten. Die Aktion „Einmal ohne bitte!“ macht auf die Möglichkeiten des verpackungsfreien Einkaufens aufmerksam.

Ehrenamt ist ein Geben und Nehmen

Dass so etwas auch mit Musik und Spaß ablaufen kann – die Aktionen von rehab republic in den 10 Jahren des Bestehens beweisen es. Was Neary an der ehrenamtlichen Arbeit gefällt, ist die Kreativität, das Handwerkliche, mit Menschen zusammen an Projekten zu arbeiten: „Einfach nur machen ist unser Motto!“ Dabei ist die Münchnerin vor allem auch im medialen Bereich unterwegs: Sie leistet Öffentlichkeitsarbeit, dreht Videos, textet, auch in den sozialen Medien und hat einen Podcast gestartet.

Zwischen 0 und 7 Stunden arbeitet Neary pro Woche im rehab republic Kreativ-Kollektiv, je nach Bedarf und persönlichen Möglichkeiten. Auch diese Freiheit gefällt ihr. Das Ehrenamt ist für sie ein Geben und Nehmen, sagt sie. Man gebe sein Wissen und seine Zeit weiter, und bekomme dafür viel zurück: soziale Netze, Freundschaften. Sie will der Welt etwas zurückgeben, oder, wie sie es ausdrückt: „Mir ist wichtig, dass man jeden Ort besser verlässt, als man ihn vorfindet.“

Truppmann und Feuerwehrseelsorger

Aus dem Messgewand in den Schutzanzug: Pfarrer Axel Windecker ist Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr im katholischen Pfarrverband Unterhaching. Bei seiner ersten Pfarrerstelle macht er seine Ausbildung zum „Truppmann“. Das hatte er zur Bedingung gemacht, als der dortige Kommandant ihn fragte, ob er bereit sei, als Feuerwehrseelsorger tätig zu sein. Pfarrer Windecker wollte einen realistischen Einblick in das „Feuerwehrgeschäft“ gewinnen, um nach belastenden Einsätzen helfen zu können.

Anpacken als Seelsorger und Feuerwehrmann

Nach diversen Lehrgängen fuhr er fleißig Einsätze und ist auch in seiner jetzigen Stellung als Seelsorger in Unterhaching nach Möglichkeit dabei – egal, ob bei technischer Hilfeleistung oder Brandeinsatz. Das Einüben bestimmter Tätigkeiten und Handgriffe sei ein guter Ausgleich zur Tätigkeit als Seelsorger, so Windecker. Er sei handwerklich nicht ungeschickt. Für Windecker ist die Arbeit im Einsatz auch eine Möglichkeit, sich zu erden. Und das Anpacken sei ihm wichtig: nicht nur das Evangelium zu verkünden, sondern für Menschen in Not da zu sein. 

Wenn schwierige Einsätze dann erfolgreich überstanden seien, „haben sie etwas von Weihnachten und Ostern – nämlich Erfüllung. Wie eine Runde Mannschaftssport: danach fühlt man sich ziemlich kaputt, aber auf eine gute Weise, weil man miteinander etwas geschafft hat.“ Und die körperliche Tätigkeit mache glücklich – ein guter Ausgleich zu seiner sonst eher sitzenden Tätigkeit. Inzwischen hat Axel Windecker die Ausbildung zum Einsatzkräfte-Seelsorger und inzwischen auch zum Notfall-Seelsorger gemacht. „Je nach Einsatz habe ich auch schon mal die Rolle vor Ort gewechselt und dann die Notfallseelsorge übernommen.“

Unterstützung für Mütter und Familien

Wenn das Familienleben nach der Geburt eines Kindes erstmal auf den Kopf gestellt ist, kommt Ute Heinzelmann zum Einsatz: sie ist ehrenamtlich bei „Wellcome – Hilfe für Familien nach der Geburt tätig“, einem Sozialunternehmen, das auch in Oberbayern drei Standorte hat (Ingolstadt, München, Rosenheim). Sie geht im Allgemeinen einmal in der Woche für 2-3 Stunden in Familien, in denen die Mütter nach guter Betreuung während Schwangerschaft und Entbindung mit dem Wiedereinstieg ins Arbeitsleben, Kindererziehung und Haushalt allein zurechtkommen müssen.

Mentale Unterstützung und praktische Hilfe

Den Begriff „Ehrenamt“ nimmt Ute Heinzelmann dabei wörtlich: „Es ist eine Ehre, wenn die Familien mich in ihre Wohnung lassen, wenn sie Vertrauen zu mir haben!“ Ganz unterschiedlich sind die Anforderungen: in der einen Familie geht sie mit den Geschwisterkindern ins Freie, damit die Mutter sich mal für eine Stunde hinlegen kann. In anderen Haushalten kümmert sie sich um größere Geschwisterkinder, die durch die neue Familiensituation etwas an den Rand gedrängt werden. Neben diesem ganz praktischen Aspekt spielt das Mentale auch eine bedeutende Rolle, sagt sie: „Es kommt einmal die Woche jemand, der den Müttern sagt: Du machst das gut!“ Diese mentale Unterstützung spiele oft eine noch größere Rolle als die praktische Hilfe.

Für ihre eigene Zufriedenheit im Ehrenamt selbst ist entscheidend, dass sie Zeit geschenkt und etwas bewegt hat, Familien geholfen hat. „Wenn ich hinterher das Gefühl haben kann, da hat mal jemand aufgeatmet – das macht mir Spaß!“ Das Ziel für einen „Wellcome-Engel“, wie sie sich selbst manchmal nennen würden, sei, sich überflüssig zu machen. „Wenn ich die Familie nach einem halben oder dreiviertel Jahr verlasse und das Gefühl habe, dass ich überflüssig bin, dann habe ich alles richtig gemacht!“

Der Autor
Willi Witte
Radio-Redaktion
w.witte@michaelsbund.de

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