Corona-Proteste in Berlin

Kirchen verurteilen Vorfall am Reichstagsgebäude

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben den "Sturm" von Demonstranten auf das Reichstagsgebäude in Berlin scharf

verurteilt.

Reichstagsgebäude mit Sitz des Deutschen Bundestags in Berlin © Fotolia.com/Giso Bammel

Bonn/Berlin – Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zeigte sich am Montag erschüttert über das Verhalten von Teilnehmern einer Anti-Corona-Demonstration am Wochenende in Berlin. "Die Grundrechte auf freie Meinungsäußerung und auf Versammlungsfreiheit stehen außer Frage. Aber die Szenen vor dem Deutschen Bundestag sind inakzeptabel", sagte Bätzing. Derartige "Entgleisungen" dürften nicht wieder vorkommen.

Bürger wie auch Christen seien aufgerufen, sich friedlich für die Demokratie einzusetzen, fügte der Limburger Bischof hinzu. "Als Gesellschaft müssen wir - über alle Meinungsverschiedenheiten hinweg - zusammenstehen."

"Eigentümliche Allianz"

Nach den Worten des katholischen Sozialbischofs Franz-Josef Overbeck setzt sich "eine eigentümliche Allianz aus Rechtsextremisten, Impfgegnern und Anhängern von Verschwörungsideologien" zum Ziel, "die Symbole unserer Demokratie zu beschädigen". Dies sei nicht hinnehmbar, so der Bischof von Essen. Er dankte "allen Sicherheitskräften, die in einer für sie persönlich gefährlichen Situation standgehalten und vorbildlich unserer Demokratie verteidigt haben".

Am Rande einer Großdemonstration gegen die Corona-Politik hatte am Samstagabend eine Gruppe von Demonstranten Absperrungen am Berliner Reichstagsgebäude überwunden und war auf die Treppe des Parlamentsgebäudes gelangt. Dabei waren auch schwarz-weiß-rote Flaggen zu sehen, die als Symbole von Rechtsextremen gelten.

"Demokraten müssen zusammenstehen"

Christen müssten sich deutlich positionieren, "wenn unsere älteren Geschwister im Glauben wieder offenem Antisemitismus ausgesetzt sind", forderte Overbeck.

Die Evangelische Kirchen in Deutschland (EKD) äußerte sich nach einem Gespräch mit dem SPD-Präsidium ebenfalls zu den Vorkommnissen. "Insbesondere in Zeiten, in denen Demonstrationen von Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern instrumentalisiert werden und offen antidemokratische Symbole vor unserem Parlamentsgebäude gezeigt werden, müssen alle Demokraten zusammenstehen", hieß es.

Zuvor hatten auch der Zentralrat der Juden und der Zentralrat der Muslime die Vorfälle in Berlin verurteilt. (kna)

Dieser Artikel gehört zum Schwerpunkt Corona - Pandemie

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