„Ökumenische Schöpfungszeit“

Kardinal Marx: „Wir halten diesen kleinen Planeten in unseren Händen.“

Zusammen mit Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, erinnert der Münchner Erzbischof an die Verantwortung des Menschen für die Natur. Kardinal Marx betonte auch die Bedeutung der Umweltenzyklika von Papst Franziskus.

Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, und der Münchner Kardinal Reinhard Marx hielten einen Dialogpredigt in der Jesuitenkirche Sankt Michael in München. © Kiderle

Kardinal Reinhard Marx hat zum Abschluss der Schöpfungszeit auf die Verwobenheit des Menschen mit der Schöpfung hingewiesen und die Verantwortung, die sich daraus ableitet: „Wir halten diesen kleinen Planeten in unseren Händen.“ Der Erzbischof von München und Freising sprach während des Abendgottesdienstes in der Form eines Choral Evensong in der Jesuitenkirche St. Michael in einer Dialogpredigt mit dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, über die Verantwortung des Menschen für die nicht-menschliche Natur und die Gefahren der Klimakatastrophe.

Erde ein „Geschenk Gottes“

„Bei der Mondlandung konnten die Menschen erstmals ein Foto der Erde aus dem All sehen“, erinnerte sich der Kardinal. „Wie schön, wie kostbar, aber auch wie prekär der Planet ist, der uns anvertraut wurde, das bewegt mich bis heute zutiefst.“ Dabei, diesen Planeten als Geschenk Gottes zu schützen sei „alle Dringlichkeit geboten“, so der Erzbischof. „Ich verstehe besonders die jungen Menschen, die beunruhigt sind“. Landesbischof Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die Bibel zu lange als Legitimation gedient habe, um die Natur auszubeuten: „Machet die Erde Untertan, das hat man verstanden als Ausbeutung. Aber der Herrscher des Alten Testaments ist kein Ausbeuter. Er ist ein Herrscher, der sich kümmert, um die Armen und die Schwachen.“

Papst veröffentlicht zweiten Teil der Umweltenzyklika „Laudato Si`“

Kardinal Marx begrüßte, dass der Papst mit der am 4. Oktober geplanten Veröffentlichung eines zweiten Teils der Enzyklika Laudato Si weiterhin Druck auf die Öffentlichkeit ausübe. „Laudato Si‘ hat die Menschen darauf aufmerksam gemacht, dass alles mit allem zusammenhängt. Der Mensch kann sich selbst nicht verstehen ohne den Zusammenhang der gesamten Schöpfung“, sagte Kardinal Marx. Laudato Si‘ sei aber nicht nur eine Umweltenzyklika, sondern auch eine Sozialenzyklika, denn „wir brauchen eine neue Fortschrittsidee, die sich nicht mehr ausschließlich an der Wirtschaft, am Profit und am Kapital ausrichtet.“ Auch Bedford-Strohm lenkte den Blick auf einen Begriff der Fülle und des Glücks, der sich nicht bloß auf die physischen Besitztümer fokussierte: „heißt Glück nicht auch, zu wissen, dass ich mit den anderen lebe und nicht gegen die anderen?“ (pm)

Ökumenische Schöpfungszeit


In der „Ökumenischen Schöpfungszeit“ finden jährlich im September Bildungsvorträge, Gebetsveranstaltungen, Gottesdienste und Umweltprojekte verschiedener christlicher Konfessionen in Deutschland zum Thema Schöpfungsverantwortung statt. Ziel der Initiative ist es, gemeinsam für den Erhalt der Schöpfung einzutreten und für mehr Nachhaltig zu sensibilisieren. Die Schöpfungszeit wurde nach dem Vorbild der orthodoxen Kirchen auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München eingerichtet und steht unter der Schirmherrschaft der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Die „Schöpfungszeit“ endet mit dem 4. Oktober, dem Gedenktag des Heiligen Franz von Assisi. Ihr Leitwort in diesem Jahr lautet „Achtung Leben – Damit ihr das Leben in Fülle habt.“(pm)

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