Amtseinführung Christoph Huber

Neuer Kolping Generalpräses kommt aus Bayern

400.000 Mitglieder hat Kolping weltweit. In Zukunft wird Christoph Huber für sie verantwortlich sein.

Christoph Huber wird Generalpräses von Kolping International. © Kolpingwerk München und Freising

mk online: Ihre Amtsperiode beträgt zehn Jahre. Welche grundsätzlichen Aufgaben haben Sie als Generalpräses in dieser Zeit?

Monsignore Christoph Huber: Zum einen das Hüten des Grabes des Seligen Adolph Kolping in der Kölner Minoritenkirche. Dort werde ich als Kirchenrektor die Wallfahrtsgruppen begleiten und Gottesdienste mit ihnen feiern. Dann die Betreuung des Kolpingwerkes in der ganzen Welt: Nationalverbände besuchen und gemeinsam mit ihnen schauen, wie können unsere Mitglieder in den Kolpingsfamilien den Geist Adolph Kolpings in ihrer konkreten Umgebung verbreiten. Dazu muss ein Generalpräses sicher auch ein Stück weit eine Identifikationsfigur sein.

Das heißt, ein wesentlicher Teil Ihrer neuen Aufgabe wird das Reisen sein.

Huber: Ganz genau, das gehört zu den Herausforderungen. Mein Vorgänger hat dazu gesagt, man muss reisefest sein, also auch in der Lage sein, mit den verschiedenen klimatischen Bedingungen zurechtzukommen.

Sie waren elf Jahre lang Präses des Kolpingwerkes im Erzbistum München und Freising und auch für ganz Bayern. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit können Sie denn in Ihr neues Amt einbringen?

Huber: Zum einen die Identifikation mit dem Leben Adolph Kolpings, das ich hier wirklich kennengelernt habe, und auch mit den Kolping Schwestern und Brüdern immer wieder neu bedenken konnte. Das andere ist die vielfältige Erfahrung, wo Kolping überall wirkt, sei es die Kolpingjugend, die Kolpingsfamilien oder in der politischen Arbeit, alle diese Bereiche werden auch bei meiner neuen Aufgabe eine Rolle spielen. Ich glaube schon, dass ich, was die Bandbreite des Kolpingwerkes betrifft, einigermaßen gerüstet bin.

Aber trotzdem ist die Lage einer Kolpingsfamilie in Afrika oder Lateinamerika doch eine andere als bei uns in Bayern. Müssen Sie sich da nicht ganz neu hineindenken?

Huber: Ja, die Situation ist sicher anders. Aber ich habe es immer wieder erlebt, wenn ich zum Beispiel in das Partnerland unseres Erzbistums Ecuador gefahren bin, dass der Geist der Kolpingsfamilie immer der gleiche war. Nämlich dieses „Wir halten zusammen“. Das ist der Ausgangspunkt, und dann kommen soziale Initiativen mit dazu. Und das bestärkt mich: auf der einen Seite haben wir alle etwas gemeinsam von den Philippinen bis zu den USA, und zugleich haben wir Unterschiede. Aber das ist gerade das Schöne, dass das in der Vielfalt ausgelebt werden kann.

KOLPING INTERNATIONAL


Kolping International ist ein katholischer Sozialverband, der in 60 Ländern aktiv ist. Der Verband versteht sich sowohl als Gemeinschaft aller Kolpingmitglieder weltweit als auch Partner der Kolpingverbände in Afrika, Asien, Lateinamerika und Europa in der Entwicklungszusammenarbeit. Auf diese Weise versucht Kolping International seit über 50 Jahren, Menschen aus der Armut zu befreien. Die Projekte folgen dabei nach Angaben des Verbands dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Schwerpunkte der Entwicklungsarbeit sind berufliche Bildung, existenzfördernde Maßnahmen, ländliche Entwicklung sowie Kleinkreditprogramme. Außerdem wird der Zugang zu sauberem Trinkwasser gefördert. (ph)

Haben Sie schon konkrete Ideen oder Ziele für Ihre Arbeit als Generalpräses?

Huber: Nein, ich habe noch keine konkreten Ziele. Wir haben jetzt auch die Situation mit Corona weltweit, so dass sich da Veränderungen ergeben, für die wir zurzeit noch keine Lösungen haben. Wir werden im erweiterten Vorstand mit den Mitgliedern aus verschiedenen Kontinenten gemeinsam beraten, was wir tun können, und dann werde ich sehen, was ich persönlich einbringen kann. Ein wichtiges Ziel, das wir alle im Verband haben und das ich natürlich auch zu meinem mache, ist das Vorantreiben der Heiligsprechung von Adolph Kolping.

Sie werden auch ein Auge aufs Geld haben müssen, das für die verschiedenen Projekte gerade in ärmeren Ländern gesammelt wird. Wie sieht es denn bei Kolping International in Pandemiezeiten mit der Spendenbereitschaft der Kolping-Mitglieder aus?

Was mich sehr froh macht, ist, dass wir im vergangenen Jahr gesehen haben, dass die Spendenbereitschaft angestiegen ist, gerade weil man aufgrund von Corona den anderen helfen will. Die Befürchtung, dass in Krisenzeiten sich jeder nur noch um sich selbst kümmert, hat sich nicht bewahrheitet, das ist bei Kolping überhaupt nicht so. Wir haben wesentlich mehr Spenden bekommen als die Jahre davor. Das alles geschah in dem Geist zu sagen: „Wir wissen, es geht anderen noch viel schlechter, und ihr setzt das Geld so ein, wie wir es für richtig halten“.

Sie sind ein waschechter Oberbayer. Werden Sie da nicht zwangsläufig Heimweh in der „Kölner Fremde“ bekommen?

Ich werde meine Heimat nicht im geografischen Sinn vermissen, sondern die Menschen, die mir in den vergangenen elf Jahren gerade in meiner Funktion als Präses in Bayern zur Heimat geworden sind. Dieses große Heimatgefühl werde ich erst einmal so nicht haben, das werde ich am meisten vermissen. Ich weiß aber, dass es in Köln auch Menschen gibt, die mir eine neue Heimat bieten. Das so etwas möglich ist, ist ja gerade das Schöne an Kolping. (Interview: Paul Hasel, Radioredakteur)

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