Einsatz für Ruhetag

Warum der Sonntag arbeitsfrei bleiben soll

Seit gut 1.700 Jahren ist der Sonntag ein gesetzlich geschützter Ruhetag. Doch immer wieder werden Stimmen laut, das zu ändern. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung kämpft für den Sonntag als Tag der Freiheit.

Der Sonntag gilt als Tag der Erholung und soll es auch in Zukunft bleiben. © Tatjana Fuchs – Gesellschaft für Gute Arbeit mbH

„Am siebten Tag sollst du ruhen“ – so steht es bereits im Alten Testament. Und vor fast genau 1.700 Jahren machte Kaiser Konstantin den Sonntag auch zum gesetzlich geschützten Ruhetag. Auch heute noch ist der Sonntag einer der wenigen Tage, um Zeit mit der Familie zu verbringen. Mit Freizeit, nicht mit Konsum.

Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2009 stärkte diesen Sonntagsschutz. In dem Urteil wurde deutlich, dass am Sonntag weder Konsuminteressen der Bürger noch Wirtschaftsinteressen eine Rolle spielen. Trotzdem haben verkaufsoffene Sonntage vor allem zu umsatzstarken Zeiten wie im Advent oder zu Marktsonntagen Hochkonjunktur. Das Bestreben des Handels, den arbeitsfreien Sonntag aufzuweichen, besteht weiter.

Sonntag soll konsumfreier Tag bleiben

Das muss sich ändern, fordert die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Sie setzt sich seit Jahren dafür ein, dass der Sonntag ein freier und konsumfreier Tag bleibt. Gebündelt wird dieses Engagement in der Allianz für den freien Sonntag, in der sich auch die evangelische Kirche sowie Verdi engagieren. „Für uns ist der Sonntag ein Tag der Freiheit“, erklärt Hannes Kreller, Diözesanvorsitzender der KAB im Erzbistum München und Freising. „Dieser Tag steht für die einzelne Person und für die Familie und sollte nicht den Konsuminteressen unterworfen werden.“ Trotz des Urteils zum Sonntagsschutz erlebe man, dass die Kommunen stetig versuchen, neue Anlässe zu finden, Sonntage für den Verkauf zu öffnen, beklagt Kreller.

Einsatz für den freien Sonntag vor Gericht

Ein Weg, den die Allianz für den freien Sonntag beschreitet, führt über die Gerichte. „Wir versuchen hier, den Verfassungsbruch, der eindeutig vorliegt, rechtlich prüfen zu lassen“, berichtet Kreller. „In über 100 Verfahren, sowohl kommunal als auch bundesweit, setzen wir uns für den Sonntagsschutz ein.“

Doch nicht nur rechtlich ist die KAB im Einsatz. Auch durch Aktionen wie die Picknickdecke versucht man bei der Öffentlichkeit und bei Politikern die Relevanz des Themas für die Gesellschaft deutlich zu machen. Bei der Aktion hatten viele tausend Menschen kleine Stoffvierecke gestaltet. Darauf war zu lesen oder in Bildern zu sehen, was jedem einzelnen der freie Sonntag bedeutet. „Diese Stoffstücke haben wir zusammengenäht“, erzählt Kreller. „Entstanden ist so eine über 400 Quadratmeter große Decke, die wir dann dem Vorsitzenden des Bundesrates übergeben haben, um auf die Bedeutung des Sonntagsschutzes hinzuweisen.“

Freier Sonntag kommt kleinen Unternehmen zugute

Begründungen des Handels, sich mit einer Öffnung am Sonntag gegen den Onlinehandel zu profilieren, weist Kreller als Augenwischerei zurück. „Geschäfte, die am Sonntag gemacht werden, gehen dem Handel dann an einem Tag unter der Woche verloren“, erklärt der Diözesanvorsitzende. „Unter dem Strich bleibt dadurch nicht mehr in der Kasse.“ Dies hätte nur eine weitere Verschiebung des Umsatzes von Klein- auf Großunternehmen zur Folge, meint Kreller. Somit käme das Engagement, den Sonntag als konsumfreien Tag zu schützen, auch den kleineren Unternehmen zugute. 

Deswegen liegt ein Fokus der Allianz für den freien Sonntag auf den Kleinstsupermärkten, die derzeit auf dem Land entstehen. „Wir freuen uns über diese Entwicklung“, gibt Kreller zu. „Aber wir kämpfen dafür, dass diese Kleinstsupermärkte am Sonntag geschlossen bleiben.“ Kreller befürchtet, dass, sollte es hier Ausnahmen geben, größere Unternehmen dies zum Anlass für eigene Sonntagsöffnungen nehmen könnten.

Verfassungsrechtlich geschützter freier Sonntag 

Egal, ob Gerichtsverfahren oder Aktionen in der Öffentlichkeit – Erfolge kann die Allianz für den freien Sonntag vorweisen. „Sowohl die Bundesregierung als auch die Landesregierungen sind auf uns aufmerksam geworden“, freut sich Kreller, „denn sie müssen immer damit rechnen, dass wir ihre Entscheidungen rechtlich überprüfen lassen.“ Schließlich habe man bereits Prozesse geführt und auch gewonnen, was den Politikern verdeutlicht habe, welchen Stellenwert der Sonntag in unserer Gesellschaft hat, so Krellers Begründung.

Seine Wünsche für die Zukunft: Ein verfassungsrechtlich geschützter Sonntag als Freiheitsrecht als Teil der Menschenwürde, der nicht der Arbeitsbedrängnis und dem Konsum unterworfen ist. „Ich wünsche mir, dass die Personen, die im Bereich der Kommunen Verantwortung tragen, sich intensiv darüber Gedanken machen, wie Probleme im Handel nicht auf Kosten des Sonntags gelöst werden können“, fordert Kreller. Denn dies sei im Sinne der Gesellschaft, der Gesundheit und des gemeinsamen Tags für die Familien.

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