Ausflugstipp für Aktive

Radtour durchs Hinterland

Der „7KlösterWeg“ verbindet spirituelle und geschichtsträchtige Orte im Dachauer Land. Lesen Sie einen Erfahrungsbericht über die Ostschleife der malerischen Radtour.

Gerade in Pandemiezeiten ist der "7KlösterWeg" geeignet für einen Ausflug in der Heimat. © Maria Sbytova - stock.adobe.com

„Route wird gestartet nach: Markt Indersdorf“ – kündigt mir mein Navigationsgerät das erste Etappenziel auf dem „7KlösterWeg“ an. Auf einem asphaltierten Radweg geht es von der S-Bahn-Station Röhrmoos zum ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift im Nachbarort gut sechs Kilometer weiter. Für meine Tour habe ich mir die Ostschleife des „7KlösterWegs“ herausgesucht.

Über Indersdorf, Weichs und Kloster Schönbrunn führt mich der Weg rund 30 Kilometer weit durch das Dachauer Hinterland. Zwei andere Rundwege binden außerdem noch die Klöster Maria Birnbaum, Altomünster, Petersberg und das ehemalige Kloster Taxa bei Odelzhausen mit ein. Wer den gesamten „7KlösterWeg“ fahren und alle drei Touren miteinander verbinden will, kommt auf eine Gesamtstrecke von knapp 100 Kilometern.

Rokoko-Juwel mit langer Geschichte

Gleich beim ersten Stopp in Markt Indersdorf ist ein echtes Schmuckstück zu bewundern: die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt – ein Rokoko-Juwel mit prächtigen Fresken, auf denen Szenen aus dem Leben des heiligen Augustinus zu sehen sind. Bis ins 18. Jahrhundert gab es hier mehr als 600 Jahre lang ein Augustiner-Chorherrenstift, das den Aposteln Peter und Paul geweiht war. Später bewohnten Salesianerinnen und Barmherzige Schwestern den Komplex, bis er 1987 an die Erzdiözese München und Freising übergeben wurde.

Seit der Anbindung an den „7KlösterWeg“ im Jahr 2015 kommen noch mehr Besucher – sehr zur Freude von Pfarrer Stefan Hauptmann. Gerade in den vergangenen Monaten hat er einen zusätzlichen Anstieg der Radltouristen beobachtet. Das könnte natürlich an Corona und den vielen Heimaturlaubern liegen, Pfarrer Hauptmann ist sich aber sicher, dass es auch dem neuen Anstrich der Kirche geschuldet ist. „Bis zur Restaurierung war sie ja gelb, was von weiter weg eher etwas diffus ausgesehen hat. Ganz in weiß hebt sie sich jetzt deutlich von der Umgebung ab, wenn man in den Ort hineinfährt.“ Gleich neben den spitzen Zwillingstürmen der Kirche lässt sich im Augustiner-Chorherren-Museum die Geschichte des ehemaligen Klosters erforschen.

Schotterweg und 12-Uhr-Geläut

Für kirchengeschichtlich interessierte Fahrradfahrer liegt mit dem Klostermuseum Altomünster ein weiteres sehenswertes Museum auf dem „7KlösterWeg“, das über die mittlere Rundfahrt auch direkt von Indersdorf zu erreichen ist. Für mich geht es aber in die entgegengesetzte Richtung weiter: Der Radweg führt an der Straße entlang nach Nordosten aus dem Ort und folgt dem Glonntal. Kurz nach der Ortsausfahrt biege ich auf einen Schotterweg ein, der einige hundert Meter durch einen Wald führt. Auf etwa einem Drittel der Ostroute fahre ich auf solch unbefestigten Wegen, ansonsten führt die Strecke über Asphalt.

An einer Schleuse geht es über die Glonn, und nachdem ich das Rauschen hinter mir gelassen habe, höre ich schon mein nächstes Ziel: das 12-Uhr-Geläut der ehemaligen Klosterkirche Sankt Martin in Weichs. Eine Kurve später ist der weiße Spitzturm zu sehen. Das Kloster lag wie die angrenzende Theresia-Gerhardinger-Realschule in der Obhut der Armen Schulschwestern, wurde 2003 aber an das Erzbistum München und Freising übergeben. Besichtigen lässt sich heute nur noch die Kirche. Die üppig gestalteten Seitenaltäre aus der Übergangszeit zwischen Barock und Rokoko kann ich mir aufgrund von Renovierungsarbeiten leider nicht anschauen. Nach einer kurzen Verschnaufpause unter dem deckenfüllenden Fresko der Zwölf Apostel setze ich meine Tour fort.

Technische Unterstützung

Auf den folgenden 16 Kilometern warten nun häufiger auch kleine An- und Abstiege auf Radler, insgesamt verläuft die Ostschleife des „7Klöster-Wegs“ aber recht flach. Der maximale Höhenunterschied von etwa 50 Metern ist mit dem richtigen Equipment damit auch für Familien geeignet. „Für ein paar Anstiege brauche ich zwar die E-Unterstützung meines Lastenrads“, erzählt mir eine junge Mutter auf dem Weg, „aber so geht es für uns richtig gut.“ Wer keinen Motor zur Unterstützung hat, kann die meist nur einige hundert Meter langen Anstiege aber auch schieben und dabei das Panorama des Dachauer Hinterlands auf sich wirken lassen.

Ganz ohne technische Unterstützung sollte man die Tour allerdings nicht machen. Der Radweg ist zwar durchgängig ausgeschildert, ohne meine Navigations-App hätte ich viele der Abzweigungen auf dem Weg aber wohl verpasst. Die teils etwas abseits gelegenen Strecken haben dafür den Vorteil, dass man fast nie von Autos gestört wird – stattdessen fährt man zwischen weitläufigen Getreidefeldern hindurch, aus denen die Grillen zirpen.

Letzte Etappe

Nach einem finalen Anstieg erreiche ich das letzte Ziel meiner Tour: das Kloster Schönbrunn. Hier gibt es tatsächlich noch ein Kloster von Franziskanerinnen, die mit dem Franziskuswerk Schönbrunn auch eine der größten Behinderteneinrichtungen im Erzbistum betreiben. „Wenn da ein Radler Interesse für das Kloster Schönbrunn und für Menschen mit Behinderung hat, dann können sie auch immer hereinschauen“, verspricht mir Schwester Ambrosia. Nach einem kurzen Besuch in der Klosterkirche Sankt Josef geht es für mich zum Abschluss dann noch auf eine letzte Etappe – zum Klosterwirt.

Der Redakteur und Moderator
Korbinian Bauer
Münchner Kirchenradio
k.bauer@michaelsbund.de

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