Kampagne zur Bundestagswahl

Mit Mutbürgern gegen Populismus

Das Kolpingwerk ruft zur Wahl demokratischer Parteien bei der Bundestagswahl auf. Und kann dabei auf prominente Unterstützer zählen.

© AdobeStock_nmann77

München - Corona-Leugner marschieren Hand in Hand mit Rechtsextremisten durch Berlin und versuchen in den Reichstag einzudringen: es sind diese Bilder aus dem August vergangenen Jahres, die auch dem Vorstand und der Geschäftsleitung des diözesanen Kolpingwerks vor Augen führen, wie fragil demokratische Verhältnisse sein können. Die Eskalation am Reichstagsgebäude habe endgültig allen Verantwortlichen bei Kolping klar gemacht, dass man nun auch selbst etwas gegen Rechtsextremismus und populistische Strömungen jeder Art unternehmen müsse, erinnert sich Diözesangeschäftsführer Alfred Maier. Auch intern hatte die Coronakrise dem Kolpingwerk zu schaffen gemacht. Man habe erkannt, dass Desinformation zur Corona-Politik der Regierung in den Kolpingverband hineingetragen werden könne, dass man auch als christliche Gemeinschaft davor nicht gefeit sei, erklärt Diözesanreferent Massimo Zanoner.

Mutbürger statt Wutbürger

Vor diesem Hintergrund habe man sich im Diözesanbüro Gedanken gemacht, wie man die Demokratie in Krisenzeiten stärken könne. Dabei habe man sich an den Ausspruch Adolph Kolpings erinnert: „Wer Mut zeigt, macht Mut“. Mit Hilfe dieses Zitats sei aus dem „Wutbürger“ schließlich der „Mutbürger“ geworden. Mutbürger wendeten sich vor allem gegen Ausgrenzung und nationalistische Gedanken und stünden für Offenheit, so Zanoner. Die Kreierung des Wortes sei dann auch die Geburtsstunde der virtuellen Kampagne #mutbürger gewesen. Die ist am 17. Juni, genau 14 Wochen vor der Bundestagswahl, an den Start gegangen. Bis zur Wahl sollen nun täglich Mutbürger mit Fotostatement zu Wort kommen. Wöchentlich wird zudem ein Videostatement über die digitalen Kolping-Kanäle ausgestrahlt.  Dabei beantworten die Mutbürger die Frage: „Warum ist es unsere Demokratie wert, wählen zu gehen und dabei nicht Populisten und Extremisten zu unterstützen?“

Ministerpräsident als Zugpferd

Für den Auftakt der Videokampagne konnte man Ministerpräsident Markus Söder gewinnen. Und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter soll demnächst zu Wort kommen. Aber auch Erstwähler und normale Kolping-Mitglieder stehen auf der Mutbürgerliste. Und auch wenn die Kampagne wohl nicht verhindern wird, dass die AfD wieder in den Bundestag einzieht: zumindest einen inhaltlichen Erfolg habe man schon erzielt, findet Alfred Maier. Es habe sich gezeigt, dass Einigkeit herrscht im Verband, dass die demokratische Vielfalt verteidigt werden muss, und dass es wichtig ist, rechtzeitig aufzutreten, bevor Populisten zu viel Macht im Staat erhalten.

Der Autor
Paul Hasel
Radio-Redaktion
p.hasel@st-michaelsbund.de

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