Vor Ort
Immer wenn Krieg und Not die Menschen im Werdenfelser Land bedrängt haben, dann sind sie nach Sankt Anton oberhalb von Partenkirchen gezogen. Schon beim Treppenaufgang sind zahlreiche Gedenktäfelchen für gefallene Soldaten angebracht, die von den Nachfahren bis heute mit Blumen geschmückt und sauber gehalten werden. Die Wallfahrtskirche ist auch aus einem Gelübde während eines Krieges entstanden:
1704 bedrohte der Spanische Erbfolgekrieg die Region. Einige Bürger versprachen ein Gotteshaus bauen zu lassen, wenn der Heilige Antonius sie beschütze. Die Truppen zogen ohne Gefecht und Plünderung vorbei und die Kirche wurde errichtet. An die kleine Kapelle in Form eines Oktogons (Achteck), wurde später noch ein größerer Rundbau angefügt. Der ist vor allem ein Pilgerort für Kunstkenner, denn dort ist das einzige erhaltene Kirchenfresko von Johann Evangelist Holzer zu finden. Der jung verstorbenen Maler wurde von den Zeitgenossen mit Raffael verglichen. In den vergangenen Jahren haben Kunsthistoriker sein Genie wieder entdeckt, zur Zeit ist ihm eine Ausstellung in Eichstätt gewidmet.
In seinem Partenkirchener Deckengemälde stellt Holzer ausdrucksstark die vielen Nöte dar, in denen der heilige Antonius hilft. Und er wird dort immer noch von vielen Gläubigen angerufen, wie die vielen Einträge in den Anliegenbüchern zeigen.
Sankt Anton im Internet:
Ausstellung über Johann Evangelist Holzer:
Bild: Kirchenpfleger Max Reicheneder und Pater Winfried vor der Votivtafel zum Kriegsende 1945 (© SMB)
Vor Ort KW 36: Glaubensziele – Sankt Anton in Garmisch-Partenkirchen
Bisherige Folgen
Vor Ort KW 04 - St. Agnes München-Lerchenau
St. Agnes München-Lerchenau
Unauffällig steht der Kirchenbau aus den 50er-Jahren mitten in den teilweise noch dörflichen Strukturen des Münchner Stadtteils Lerchenau. Trotzdem ist die Pfarrei dort Mittelpunkt des Lebens. Davon zeugt nicht nur die Partnerschaft mit der evangelischen Bethanienkirche, sondern auch ein aktiver Kirchenchor und ein Kirchenmusiker, der auch mal eine evangelische Kollegin an seine Orgel lässt. Im Jahr 1957 gebaut ersetzte die Kirche eine hölzerne Notkirche, in der bis dahin Gottesdienste abgehalten wurden. Zahlreiche Veränderungen erfuhr der Kirchenbau im Lauf der Jahre, so wurde beispielsweise der Altarraum umgestaltet und auch die Orgel erfuhr die ein oder andere Veränderung. Wir sprechen in Vor Ort mit Pfarrer Manfred Brandlmaier und Kirchenmusiker Max Müller.