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22.06.2012

Umweltgipfel Rio+20 bringt kleine Lichtblicke

 Der Vorsitzende des Beirats des katholischen Hilfswerks Misereor, Johannes Müller, hat den Rio+20 Gipfel in Rio de Janeiro im Münchner Kirchenradio als „extrem enttäuschend“ bezeichnet. 1992 habe es in Rio im Vergleich zu jetzigem Umwelttreffen einen regelrechten Aufbruch gegeben.

Offizielles Logo des Rio+20 Gipfels (Bild: UNCSD Secretariat New York)

Damals seien völkerrechtlich verbindende Konventionen beschlossen worden. Rio+20 habe hingegen keine Antworten auf die großen planetarischen Herausforderungen gegeben. Mit Blick auf die weltweit begrenzten Ressourcen und den Klimawandel „kann man sagen: der Gipfel ist gescheitert“, so der Leiter des Instituts für Gesellschaftspolitik an der Münchner Hochschule für Philosophie. Allerdings sei dieses Scheitern noch nicht endgültig. Vieles hänge davon ab, ob die Hausaufgaben, die nun gestellt seien, erledigt würden. Außerdem gebe es in der Abschlusserklärung durchaus kleine Lichtblicke wie das Modell der „Green Economy“ oder die Rechte der indigenen Völker, die in das Dokument integriert worden sind. Das Konzept der „Grünen Wirtschaft“ biete die Chance, die Energiepolitik so zu gestalten, dass die armen Länder auch Zugang zu Energie haben. Deutschland könne hier mit der Energiewende zum Vorbild werden. Dann könnten andere Länder sehen, dass wirtschaftlicher Wohlstand und alternative Energien zusammen passen, so der Jesuit weiter.

Johannes Müller war als Misereor-Vertreter auch Mitglied der deutschen Regierungsdelegation auf der Umweltkonferenz in Rio. Das Gipfeltreffen endet heute mit Reden von Regierungsvertretern. Unter anderem werden Bundesumweltminister Peter Altmaier und der ständige Beobachter des Heiligen Stuhles bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Francis Chullikatt, sprechen. Rio+20 fand genau 20 Jahre nach dem ersten internationalen Umweltgipfel in der brasilianischen Metropole statt. (ph)

Rio+20 Homepage

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Gescheitert, aber noch nicht endgültig: Prof. Johannes Müller SJ über Rio+20


Dateien:
mueller_rio_20.MP34.3 M
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