Piusbrüder: Rückkehr unter Umständen denkbar
Der Vatikan hat der der Piusbruderschaft am Mittwoch eine „Lehrmäßige Erklärung“ zu grundlegenden Glaubenslehren der Kirche übergeben. Falls die Bruderschaft die Erklärung unterschreibt, sollen Gespräche über eine Rückkehr in die Kirche starten.
Die seit 1988 von Rom abgespaltene Priesterbruderschaft müsse jetzt prüfen, ob sie diesen Text akzeptiere, hieß es am im Anschluss an ein Treffen ihres Generaloberen Bernard Fellay mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada. Über den Inhalt der Erklärung schwieg der Vatikan.
Die Streitpunkte sind aber schon seit längerem bekannt. Vor allem mit der Ökumene und der Religionsfreiheit, die beim Zweiten Vatikanischen Konzil näher bestimmt worden sind, tun sich die Piusbrüder schwer. Knackpunkt ist auch die Form der Messfeier. Hier sei Papst Benedikt XVI. der traditionalistischen Gemeinschaft bereits entgegen gekommen, indem er vor ein paar Jahren die außerordentliche Form des Messritus wieder zugelassen hat, erklärt Radio Vatikan Journalistin Gudrun Sailer im Münchner Kirchenradio. Und nun möchte er natürlich auch, dass die Pius Brüder sagen: „Die neue Messe ist auch eine gültige Messe. Tun sie das nicht, dann wird es nicht zur Aussöhnung mit Rom kommen“, so Sailer. Die Antwort der Piusbruderschaft werde in wenigen Monaten erwartet, teilte Vatikan Pressesprecher Federico Lombardi mit. In jedem Fall werde der Vatikan in lehramtlichen Fragen nicht mit sich handeln lassen. Hyopthetisch denkbar sei, dass es auch zu einer Spaltung innerhalb der Bruderschaft kommt: ein Teil akkzeptiert den vorgelegten Forderungskatalog, ein anderer Teil lehnt alles ab, was der Papst vorschlägt. Letzlich seien zum jetzigen Zeitpunkt alle Varianten denkbar, so Sailer weiter. (ph)
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Gudrun Sailer: Piusbrüder - Aussöhnung oder Abspaltung
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