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09.08.2012

Patronin Europas: 70. Todestag von Edith Stein

 Heute vor 70 Jahren wurde Edith Stein im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Die Heilige habe den „Ungeist“ des Nationalsozialismus bereits zu einer Zeit erkannt, als viele dessen Ideologie noch verharmlosten. Das sagt Pfarrer Rainer Kanke, der Vorsitzende der niederländischen Edith Stein-Gesellschaft.

Das Beispiel von Edith Stein zeige, dass man nur aus dem „inneren Leben“ heraus, die richtigen Entscheidungen treffen könne, so der Pfarrer der niederländischen Stadt Echt, in deren Karmel die Heilige bis zu ihrer Deportation lebte. Die Landrikus-Kirche mit dem Chorgewand der Heiligen und einem Altar, der ihr gewidmet ist, sei ein beliebtes Ziel für Wallfahrer. „Die Persönlichkeit von Edith Stein ist vielschichtig. Sie hatte viele Talente und Gaben und hat auf den verschiedensten Gebieten gewirkt“, betont Pfarrer Kanke im Münchner Kirchenradio. Gedacht wird der Mitpatronin Europas in Echt am Sonntag mit einem Pontifikalamt, das auch landesweit im niederländischen Fernsehen übertragen wird.

Edith Stein wurde 1891 als Kind einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Breslau geboren. Nach einer wissenschaftlichen Karriere konvertierte sie – inspiriert durch den Lebensbericht der heiligen Teresa von Avila – 1922 zum Katholizismus. 1933 trat sie in den Kölner Karmel „Maria vom Frieden“ ein. Dort nahm sie den Ordensnamen Teresia Benedicta a Cruce an. Doch auch im Kloster war Stein nicht vor dem Rassenwahn der Nationalsozialisten in Sicherheit. Um den Kölner Karmel zu schützen, wechselte die Ordensfrau 1938 ins niederländische Echt. Als die Niederlande 1940 von den Deutschen besetzt wurden, wurden getaufte Juden zunächst von den Deportationen ausgenommen - bis ein öffentlicher Protest des Utrechter Bischofs gegen die Judenverfolgung im Juli 1942 dieser Ausnahmeregelung ein jähes Ende setzte. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des Hirtenbriefs wurden 244 getaufte Juden verhaftet, darunter auch Edith Stein und ihre Schwester Rosa. Dennoch seien die Niederländer stolz darauf, dass ihre Kirchenoberen nicht geschwiegen hätten, berichtet Pfarrer Kanke. (ksc/kna)

Edith-Stein-Gesellschaft Deutschland

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Interview mit Pfarrer Kanke zur Bedeutung von Edith Stein

Pfarrer Rainer Kanke (Bild: Privat)

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