Papstbesuch Mexiko: Benedikt muss Stimme für die Armen erheben
Der Drogenkrieg und die soziale Ungleichheit werden den Besuch von Papst Benedikt XVI. in Mexiko bestimmen. Das berichtet der Pfarrer der deutschsprachigen Pfarrei St. Thomas Morus in Mexiko-Stadt, Ralf Hirsch, im Münchner Kirchenradio.
Der Drogenkrieg habe dazu geführt, dass Teile des Landes sich nicht mehr in der Hand des Staates befinden, sondern in der Hand von kriminellen Guppen. Es sei im negativen Sinn beeindruckend, wie in den letzten Jahren bis zu 60.000 Menschen bei den Auseinandersetzungen gestorben sind. Die Kirche im Land habe sich immer eindeutig für ein Ende der Gewalt eingesetzt. „Wenn der Papst dieses Land besucht, muss er dazu Stellung nehmen“, so Hirsch im Interview. Die ungleiche Verteilung der Güter stelle eine weitere Ursache für die Gewalt in Mexiko dar. Eine kleine Gruppe könne sich alles leisten, während der Großteil der Bevölkerung keine Entwicklungschancen habe. Diese Situation „schreit geradezu nach Entladung in Gewalt“. Gemessen an dem großen Ungleichgewicht sei es bewundernswert, wie die Mexikaner die Lage meisterten. Er erwarte, dass Benedikt bei seiner Visite klar die Option der Kirche für die Armen hervorhebe. Das wäre „für die Wirkung von katholischer Kirche in dieser Situation sehr positiv“. Er selbst fühle sich als Priester in Mexiko-Stadt nicht von Gewalt bedroht, versichert Hirsch.
Der Geistliche bedauerte, dass die Mexikoreise wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen eine „begrenzte Veranstaltung“ sei. Karten für den Papstgottesdienst in Leon habe es für seine Pfarrei und ihn nicht gegeben. Trotzdem freue man sich und werde den Besuch im Gebet unterstützen, so Hirsch weiter. Papst Benedikt bricht am Freitag zu seiner Lateinamerikareise nach Mexiko und Kuba auf. (ph)
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Das komplette Interview mit Pfarrer Ralf Hirsch zum Mexikobesuch von Benedikt XVI.
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