Papst ruft in Mexiko zur Glaubenserneuerung auf
Papst Benedikt XVI. hat in Mexiko zur Erneuerung des katholischen Glaubens in Lateinamerika aufgerufen. Bei einer Messe mit einer halben Million Gläubigen am Sonntag wandte er sich gegen ein oberflächliches und gewohnheitsmäßiges Christentum.
Auch betete er für die Opfer von Gewalt und Armut in dem von Drogenkriegen und Auswanderung geprägten Land. Der Gottesdienst im Parque del Bicentenario in der Nähe der zentralamerikanischen Stadt Leon war die größte Veranstaltung des Papstbesuchs.
Zuvor war Benedikt XVI. am Samstagabend überraschend mit Opfern der organisierten Kriminalität zusammengetroffen. Die Begegnung in Guanajuato kam auf Vermittlung von Staatspräsident Felipe Calderon zustande. Benedikt XVI. sprach mit acht Angehörigen von Personen, die getötet oder verschleppt worden waren, sprach ihnen Trost zu und segnete sie. Zuvor hatte er im Rahmen des offiziellen Programms eine private Unterredung mit Calderon geführt. Ein Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Kleriker gab es im Unterschied zu früheren Papstreisen nicht.
Bei einem Vespergottesdienst am Sonntagabend in der Kathedrale von Leon rief Benedikt die Bischöfe Lateinamerikas zu einer großangelegten Neuevangelisierung auf. Der katholische Glauben habe das Leben, die Gebräuche und die Geschichte des Kontinents deutlich geprägt. Auch 200 Jahre nach Erreichen der Unabhängigkeit vieler seiner Nationen müsse der Glauben weiterhin seine Strahlkraft bewahren, forderte der Papst. Er mahnte zudem bei den Bischöfen eine besondere Rückenstärkung für die katholischen Laien an: Es sei "nicht recht, dass sie das Gefühl haben, als Menschen von geringer Bedeutung in der Kirche angesehen zu werden." An dem Gebetstreffen nahmen 130 Vertreter der Bischofskonferenzen aus Ländern Lateinamerikas und der Karibik teil, die derzeit die 200-Jahr-Feiern ihrer staatlichen Unabhängigkeit begehen.
Am Montagvormittag (Ortszeit) beendet Benedikt XVI. seinen dreitägigen Aufenthalt in Mexiko und fliegt nach Kuba weiter, der mit Spannung erwarteten zweiten Station seiner 23. Auslandsreise. (kna/ph)







Kommentar hinzufügen