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17.12.2011

Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin vor 50 Jahren geweiht

Am Samstag vor 50 Jahren wurde die wieder errichtete Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin eingeweiht. Das Gotteshaus ist heute bei den Berlinern das unumstrittene Symbol für Zerstörung und Wiederaufbau der Stadt.

Hohler Zahn und blauer Turm: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin (Bild: gipfelstürmer - Fotolia.com)

Das gelte besonders für die West-Berliner, für die die Gedächtniskirche zum Bild von Berlin einfach dazu gehört, berichtet Pfarrer Martin Germer. Nach der Wiedervereinigung kamen dann auch viele Ost-Berliner in die Gedächtniskirche, weil das für sie ein „Sehnsuchtsort gewesen war all die Jahre über“. Auch der Ostteil der Stadt nehme die Kirche mittlerweile ganz bewusst wahr.

Nach dem Krieg sah es zunächst nicht danach aus, dass der ursprünglich monumentale Hohenzollern-Bau eine so große Popularität erlangen könnte. Dem Wiederaufbau ging eine jahrelange Diskussion mit zahlreichen Architektenentwürfen voraus. Vor allem gegen den anvisierten Abriss des Turmstumpfs gab es eine große Protestwelle der Bevölkerung. Der Architekt Egon Eiermann musste deshalb komplett umplanen. Schließlich entstand der Entwurf für die blaue Kirche mit Glockenturm, der die Turmruine ganz behutsam in die Mitte nimmt, erzählt der evangelische Pfarrer an der Gedächtniskirche. Viele Kirchenbesucher würden auf den ersten Blick nicht erkennen, ob sie in einer evangelischen oder katholischen Kirche sind. Das liege auch an der „Madonna von Stalingrad“, die dafür sorge, dass viele die Kirche für ein katholisches Gotteshaus hielten. Die „gesamtstädtische Funktion“ der Gedächtniskirche führe dazu, dass auch Katholiken zu den Gottesdiensten kämen. Zwei Mal im Jahr feiert auch das Canisius-Kolleg der Jesuiten seine Schulgottesdienste in der blau leuchtenden Kirche. Diese Offenheit mache sie zu einer „Kirche mitten in der Welt“, so Germer weiter.

Den Festgottesdienst zum Kirchweih-Jubiläum feiert die Gemeinde am vierten Adventssonntag. Die Predigt hält der evangelische Landesbischof von Berlin, Markus Dröge. Der Gottesdienst wird vom Staats- und Domchor Berlin musikalisch gestaltet. (ph)

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Madonna von Stalingrad

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Interview mit Pfarrer Martin Germer

Ruine der Gedächtniskirche 1954 (Bild: Bundesarchiv)
Kirchen-Mosaik: Kaiser Wilhelm II. mit Gattin (Bild: Wikipedia)
Blauer Altarraum der neuen Gedächtniskirche (Bild: Wikipedia)
Madonna von Stalingrad (Bild: Luth. Verlagshaus Hannover)

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