Münchner Friedensappell fordert Globalisierung der Gerechtigkeit
Mit einem gemeinsamen Friedensappell ist am Dienstagabend in München das Friedenstreffen zu Ende gegangen. Darin rufen die Vertreter der Religionen zu einer Globalisierung der Gerechtigkeit auf.
Die Religionen sollten auch nach dem Treffen im Dialog bleiben, jeder einzelne Teilnehmer soll ein Handwerker des Friedens sein, heißt in dem Appell, der auf dem Marienplatz verlesen wurde. Anschließend wurde der Friedensappell von hochrangigen Repräsentanten der Religionen feierlich an Kinder übergeben.
Der Gastgeber des Treffens, Kardinal Reinhard Marx, versicherte zuvor in seinem Schlusswort, dass die Religionen diesen Auftrag annähmen und sich verpflichteten, "miteinander Wege der Verständigung und der Versöhnung zu gehen". Der Münchner Erzbischof zog eine positive Bilanz des dreitägigen Treffens. Vertreter aus den verschiedenen Weltreligionen und der Politik hätten echten Dialog praktiziert. "Wir haben nicht übereinander gesprochen, sondern miteinander." Der Geist von Sant'Egidio sei eine Inspiration für die Weltgemeinschaft, die Kraft eines solchen Treffens sei nicht zu unterschätzen. "Geben Sie die friedensstiftende Kraft eines wirklichen Dialogs, die wir hier miteinander erlebt haben, weiter in Ihre jeweiligen Verantwortungsbereiche“, forderte Marx die Teilnehmer auf.
Vor dem Friedensappell fanden an verschiedenen Punkten der Stadt die Friedensgebete der einzelnen Religionen statt. Das ökumenische Gebet der christlichen Kirchen wurde im Liebfrauendom abgehalten, die jüdische Glaubensgemeinschaft versammelte sich in der Hauptsynagoge am Jakobsplatz. Nach den einzelnen Friedensgebeten zogen die Religionsvertreter unter Führung von Kardinal Marx in einer Prozession zum Marienplatz. Dort wurde nach dem Friedensappell auch der Ort für das Treffen im nächsten Jahr bekannt gegeben: Sarajevo, die Haupstadt von Bosnien-Herzegowina.
Zu dem internationalen Treffen der katholischen Gemeinschaft Sant' Egidio kamen mehrere tausend Besucher aus über 50 Ländern. Höhepunkt war gleich zu Beginn eine Gedenkfeier für die Opfer des 11. September mit Bundespräsident Christian Wulff auf dem Münchner Marstallplatz. (ph)
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Kardinal Marx: Bilanz des Friedenstreffens
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