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15.09.2011

Beinert: Rückkehr der Piusbrüder nur mit theologischem Selbstmord möglich

Der Regensburger Dogmatiker Wolfgang Beinert hat die Verhandlungen des Vatikan mit der Piusbruderschaft über deren Rückkehr in die Kirche als gefährliches Unternehmen bezeichnet. Er sehe keine Möglichkeiten für Kompromisse, so Beinert.

Er müsste die Erklärung unterschreiben: Bischof Bernard Fellay, Generaloberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. (Bild: KNA)

Die Piusbrüder lehnten „Essentials“ des Zweiten Vatikanischen Konzils wie Liturgiereform und Ökumene ab, hinter die die katholische Kirche nicht zurückgehen könne. Ein echter Kompromiss sei in diesen Fragen nicht möglich. Die Ausgangsposition sei so, „dass im Grunde eine Partei, wenn sie der anderen entgegenkommen will, sozusagen theologischen Selbstmord begehen muss“, so der emeritierte Professor im Münchner Kirchenradio. Der Papst könne nicht hinter das Konzil zurück, und die Piusbrüder würden es nicht anerkennen, „weil sie sonst ja eigentlich kein Seinsgrund mehr haben“. Für die Bruderschaft wäre das dann auch kein Kompromiss, sondern sie müssten sich „bedingungslos ergeben, und das werden sie nicht machen“. Er könne sich deshalb nicht vorstellen, dass mit der lehramtlichen Erklärung, die die Piusbrüder jetzt unterschreiben sollen, wirklich ein Schritt auf die Piusbrüder hin gemacht werden konnte. Es werde nicht genügen, dass man die Traditionalisten zwar auf die Grundlagen der katholischen Kirche verpflichte, „aber dann über einzelne Begriffe reden könne“. Grundsätzlich wäre es aber zu begrüssen, „wenn die Piusbrüder die Einheit mit der Kirche wahren könnten“, so Beinert weiter.

Nach fast zweijährigen Gesprächen hat der Vatikan der Piusbruderschaft am Mittwoch eine „Lehrmäßige Erklärung“ zu grundlegenden Glaubenslehren der Kirche übergeben. Die Unterschrift der Gemeinschaft auf diesem Dokument ist laut Glaubenskongregation die Voraussetzung für die Fortsetzung der Verhandlungen über eine Rückkehr der Bruderschaft in die Kirche. (ph)

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Wolfgang Beinert: Piusbrüder werden sich nicht ergeben


Socrates , 15.09.2011 13:11:
Zitat:" Die Piusbrüder lehnten „Essentials“ des Zweiten Vatikanischen Konzils wie Liturgiereform und Ökumene ab [...]"
Frage: in welchem Text des Konzils wird die Jahre später erfolgte Liturgiereform konkret benannt ?

Konzilsbeschlüsse wie Latein als Sprache der Liturgie, Pflege des gegorianischen Gesanges, Volksssprache nur im streng festgelegten Rahmen, Gleichberechtigung „aller rechtlich anerkannten Riten“ werden missachtet und geleugnet.
Bis heute.

Seit 40 Jahren verwechselt man leider die Texte des Konzils mit einem nebulösen nachkonziliaren Geist.
Man hat seit 40 Jahren denEindruck, daß nicht nur die Piusbruderschaft ein Problem mit dem II.Vaticanum hat, sondern auch so mancher deutscher Theologie-Professor.
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