Kuba schikaniert auch christliche Dissidenten
Christen auf Kuba, die sich für politische Gefangene einsetzen, werden von den Behörden verfolgt und willkürlich fest genommen. Das berichtet die Kuba-Expertin von Amnesty International, Alena Sander, mit Blick auf den derzeitigen Besuch von Papst Benedikt XVI. auf der Karibikinsel.
Ein aktuelles Beispiel sei die Frauengruppe 'Damas de blanco', die gegen die Inhaftierung von politisch Gefangenen demonstriert. Die Frauen gingen jeden Sonntag in Havanna zum Gottesdienst, um für die Inhaftierten zu beten. Auf dem Weg zur Kirche machten sie eine Art Protestmarsch. Durch ihre weiße Kleidung und die weißen Blumen seien sie als Demonstranten gut erkennbar. Die weißen Frauen würden regelmäßig von der Polizei schikaniert und fest genommen. Mindestens eine der Damas sei momentan in Haft, so Sander im Münchner Kirchenradio. Wegen ihrer Ankündigung, mit dem Papst über die Menschenrechtslage auf Kuba sprechen zu wollen, befürchte man nun, dass die Polizei die Damas unter Hausarrest stellt. Damit könnte auch ihre Anwesenheit bei öffentlichen Auftritten des Papstes verhindert werden. Die 'Damas de blanco' haben laut Agenturberichten unterdessen angekündigt, trotz der Repressalien am Mittwoch am Papstgottesdienst in Havanna teilnehmen zu wollen.
Dass der Papstbesuch die Lage der Dissidenten auf Kuba insgesamt verbessern könnte, sieht die Amnesty-Expertin verhalten optimistisch. Die Kirche nehme in dem Karibikstaat eher einen Vermittlungsstatus ein und sehe sich nicht als Vertreter der Opposition. Benedikt XVI. werde die Menschenrechtssituation zwar ansprechen, aber nicht in den Fokus seines Besuchs stellen, dämpft Sander die Erwartungen an die Kuba-Visite. (ph)
Amnesty International Ländergruppe Kuba
Hintergrund: Mission unter Marxisten (pdf)
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Dissidenten auf Kuba - Interview mit Alena Sander, Amnesty International
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