Alternativer Nobelpreis für Bischof Erwin Kräutler
Bischof Erwin Kräutler hat am Montag in Stockholm den Alternativen Nobelpreis bekommen. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Einsatz für die indigenen Völker, das Amazonasgebiet und die Menschenrechte. Es sei die internationale Anerkennung seines Werkes, so Kräutler gegenüber dem Münchner Kirchenradio.
Er habe diesen Preis im Namen aller angenommen, die mit ihm seit Jahrzehnten unterwegs seien, aber auch im Namen derer, die wegen ihres Einsatzes erschossen worden seien, so Kräutler. Der aus Vorarlberg stammende Geistliche engagiert sich seit Jahrzehnten für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes und die Rechte der dort lebenden Ureinwohner. Weil er damit auch mal Großgrundbesitzern und der Regierung auf die Füße tritt steht Kräutler seit vier Jahren unter Polizeischutz. Rund um die Uhr wird er begleitet, auch bei den Besuchen in den Gemeinden. „Die Verbrecher sind frei und ich bin eingesperrt“, so der Geistliche.
1965 ging Kräutler zunächst als Missionar an den Fluss Xingu. Seit 1981 leitet er die gleichnamige Prälatur. 1983 wurde er zum Präsidenten des Indianermissionsrates der Brasilianischen Bischofskonferenz CIMI ernannt. Dieses Amt übte er bis 1991 und wieder seit 2006 aus. 1987 setzte er sich als CIMI-Präsident bei der verfassungsgebenden Versammlung erfolgreich für die Verankerung der Rechte der Ureinwohner ein. „Ich setze mich für diese Menschen ein, weil ich überzeugt bin, dass das mein Weg und meine Sendung ist“, so Kräutler gegenüber dem Münchner Kirchenradio.
Kräutler erhielt den international renommierten Preis gemeinsam mit dem nigerianischen Umweltaktivisten Nnimmo Bassey, dem Gründer Shrikrishna Upadhyay der nepalesischen Organisation Sappros sowie der israelischen Ärztevereinigung Physicians for Human Rights. Die Auszeichnung ist mit 200 000 Euro dotiert und wird zwischen allen vier Preisträgern geteilt. Den von dem deutsch-schwedischen Journalisten Jakob von Uexküll begründete Right Livelihood Award erhalten nach Anspruch der Jury Menschen, die beispielhaft auf die dringlichsten Herausforderungen der Menschheit antworten. Seit 1980 wurde er an 141 Personen aus fast 59 Ländern vergeben. (ks/kna)
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Bischof Erwin Kräutler
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