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18.06.2012

Stimmen aus einer großen Minderheit: Literatur der Roma

 Die Roma sind die größte Minderheit in Europa und die unbekannteste. Ihre Musik ist populär, Balkan-Pop ist zur Zeit besonders hip. Literatur von Roma-Autoren beginnt gerade erst, ihr Publikum zu finden.

Irena Eliasova, Stimmen der Roma (Bild: Tschechisches Zentrum München)

Bis ins 20. Jahrhundert gab es Literatur der Roma nur als mündliche Überlieferung, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Inzwischen entwickelten sich auch schriftliche Formen: Romane, Autobiographien, Lyrik und Theaterstücke. Damit können die Autoren nun das grobe Bild der immer noch geschmähten „Zigeuner“ in feineren Schattierungen zeichnen.

Klaus Blanc, Literaturexperte der Münchner Volkshochschule, hat kürzlich im Rahmen eines Festivals eine Lesenacht mit Roma-Literatur organisiert. Das Wissen über das Leben der Roma in Europa sei immer noch gleich null, stellte er bei den Vorbereitungen immer wieder fest. Einer der Autoren, die dort auftraten, war Jovan Nikolić, der aus Serbien stammt und heute in Köln lebt. Er sagte in einem Interview über seine Herkunft:
„Das Wort 'Zigeuner' war in meiner Kindheit der erste Anlass für Tränen. (...) Mir kommt es noch heute so vor, als ob dieses Wort Teil eines bösartigen Fluchs wäre, eine Wortwaffe, erfunden, um zu strafen, um durch die Luft angesaust zu kommen und der Seele einen Hieb zu versetzen. Dank des Schreibens habe ich jedoch bewusst gelernt, mich dagegen zu wehren und seine Negativität zu amortisieren.“

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