Mehr Anfragen als Plätze: 10 Jahre Haus Agnes für wohnungslose Frauen
Zehn Jahre nach seiner Gründung ist die Warteliste für das Haus Agnes im Münchner Stadtteil Schwabing länger denn je. Deutlich mehr wohnungslose Frauen bemühten sich um Aufnahme in die Einrichtung als noch vor einem Jahr.
Das berichtet die stellvertretende Leiterin des Hauses, Christiane Büld, im Münchner Kirchenradio. 25 bis 45 Jahre alt seien die meisten Frauen, die das Angebot des Sozialdienstes katholischer Frauen München (SkF) nutzen. Wohnungsverlust bei Frauen entstehe in der Regel durch die Trennung vom Partner, Arbeitsplatzverlust, Krankheit und Schulden. Mit Hilfe von Sozialpädagogen sollen die Betroffenen im Haus Agnes eine neue Lebens- und Wohnperspektive entwickeln. Generell werde es in München schwieriger, Wohnraum für Frauen zu finden. 75 Prozent schafften es innerhalb von sechs Monaten, das Haus wieder zu verlassen, „ein Viertel davon auch direkt in die eigene Wohnung“. Hier arbeite man „durchaus erfolgreich, trotz der schwierigen Situation“, so Büld. Eine Herausforderung für die Zukunft seien die Asylbewerberinnen, die seit zwei Jahren im Haus Agnes aufgenommen werden, weil sie aufgrund von Traumatisierungen nicht in Sammelunterkünften leben können. Man wolle auch diesen Frauen die Chance geben, Hilfsangebote trotz Sprachbarrieren anzunehmen. Dafür mache man zurzeit bei einem Projekt des Münchner Sozialreferats zur Qualitätsentwicklung im interkulturellen Bereich mit. Damit wolle man in Zukunft bei der Arbeit mit Migrantinnen gut aufgestellt sein, so Bülde weiter.
Das Haus Agnes feiert sein zehnjähriges Bestehen an diesem Mittwoch mit einem Festakt. Dazu werden unter anderem das SkF-Vorstandsmitglied Huberta Freifrau von Boeselager und der Leiter des Amtes für Wohnen und Migration in München, Rudolf Stummvoll, in der Einrichtung für wohnungslose Frauen erwartet. (ph)
- Zur Anzeige des Players bitte Flash installieren!
10 Jahre Haus Agnes - Interview mit der stv. Leiterin Christine Büld
- Dateien:
bueld_haus-agnes.MP34.1 M







Kommentar hinzufügen